Springe zum Inhalt

Hygienekrisenstabsleiter der Stadthalle Hagen, Volker Wolf, im Interview

Die Corona-Pandemie hat in seinen Auswirkungen insbesondere die Veranstaltungswirtschaft sehr früh und stark betroffen. Ein Veranstaltungshaus wie die Stadthalle Hagen musste sich daher seit Krisenbeginn mit Fragen zur Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter intensiv beschäftigen. Die vielseitigen Maßnahmen zur Verhinderung der Infektionsausbreitung wurden- in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt- in Hygienekonzepten verschriftlich und stets der dynamischen Entwicklung angepasst. Volker Wolf war und ist von der ersten Stunde an der verantwortliche Hygienekrisenstabsleiter der Stadthalle Hagen. Wir nutzten die Gelegenheit Herrn Wolf einige Fragen zu stellen:

 

Herr Wolf, die Corona-Pandemie hat uns alle kalt erwischt. Wie haben Sie persönlich die Zeit seit Februar dieses Jahres erlebt?

Anfangs ging es darum, das volle Ausmaß und die Folgen, wirtschaftlich wie organisatorisch, zu begreifen. Später galt es, diese Erkenntnisse Mitarbeitern, Kunden und Gäste zu vermitteln, da der Umgang mit dieser konkreten Infektionsgefahr neu gelernt werden musste – auch oder gerade, weil wir als Veranstaltungshaus schon immer sehr stark auf Hygienemaßnahmen geachtet haben.

Ein weiterer Aspekt ist unsere Motivation diese Herausforderung anzunehmen: Wir lieben an Veranstaltungen die Begegnung zwischen Menschen zu organisieren und die sich stets wandelnden Anforderungen, je nach Veranstaltungsart. Jetzt schöpfen wir Energie aus der Tatsache, dass wir mit unseren individuellen Hygienekonzepten einigen Verbänden, Parteien und Unternehmen die Möglichkeit geben können, sich in dieser außergewöhnlichen Zeit dennoch treffen zu können.

 

Welche waren die ersten Maßnahmen, die Sie als Hygienekrisenstabsleiter umgesetzt haben?

Wie gesagt, es ging im ersten Schritt um das Verständnis. Mit Beginn des Lockdowns haben wir die Infrastruktur geschaffen, dass administrative Aufgaben aus dem Homeoffice erledigt werden konnten. Wir haben beispielsweise Pläne entworfen, in dem die Stadthalle als Pandemiezentrum auf der einen Seite, oder als Prüfungszentrum für Abiturienten auf der anderen Seite dienen könnte. Später folgten in Abstimmung mit den Behörden die Erarbeitung von Hygienekonzepten, mit welchen wir Veranstaltungen durchführen können. Weiterhin haben wir Reinigungs- und Renovierungsarbeiten vorgezogen, die sonst regelmäßig im Sommer stattfinden. Natürlich mussten die Themen Kurzarbeit, Schaffung von Liquidität sowie die Umgestaltung von Lieferverträgen angegangen werden.

 

Worin liegt für die Stadthalle Hagen aktuell die größte Herausforderung diese Krise zu meistern?

Wie hatten vor Corona eine sehr gute Anbuchungslage. Leider ist ein Großteil der Veranstaltungen weggefallen, so dass dies zu drastischen Umsatzeinbußen in bisher nicht gekanntem Ausmaß führte. Gleichzeitig gab und gibt es mehr organisatorischen Aufwand sowie neue personelle Herausforderungen. Insbesondere durch die Verlegung der meisten Kulturveranstaltungen, galt es die zahlreichen Ticketinhaber über die unterschiedlichen Situationen zu informieren, weil jeder Veranstalter eigene Wege im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten geht.

 

Seit Februar sind die meisten Kulturveranstaltungen abgesagt. Wann rechnen Sie damit, dass die Kulturveranstaltungen wieder durchgeführt werden können und unter welchen Voraussetzungen?

Am schönsten wäre es natürlich, wenn die Pandemie so spontan verschwindet, wie sie gekommen ist – aber ich denke, dass uns das Thema leider noch mindestens bis zum Sommer 2021 beschäftigen wird. Zur Veranstaltungsdurchführung braucht es solange immer ein schlüssiges Hygienekonzept und eine konsequente Umsetzung, so dass sich die Besucher sicherfühlen und eine Ausbreitung des Virus wirksam verhindert werden kann. Es ist aber ebenso ein Teil der Wahrheit, dass man sich mit einer starken Reduzierung der Gästezahlen abfinden muss. Ein erster Schritt für uns ist, dass seit September wieder Sinfoniekonzerte des Philharmonischen Orchesters Hagen in der Stadthalle stattfinden.

 

Die meisten Kongress- und Tagungsveranstalter haben Ihre Veranstaltungen ebenfalls abgesagt bzw. als Online-Meeting durchgeführt. Welche Formen von Veranstaltungen mit welcher maximalen Personenkapazität sind derzeit in der Stadthalle Hagen genehmigt?

Mit dem Status am 22.10.2020 können bei uns bis zu 250 Personen parlamentarisch unter strengen Auflagen tagen. Mit dem neu entwickelten Gastrokonzept, unserem Green Bag Catering, also frischen, hygienisch abgepackten Snacks, versorgen wir unsere Gäste direkt am Tisch. Alternativ bieten wir Tellergerichte mit Tischservice, welche nach der Zubereitung nochmals über einen begrenzten Zeitraum stark erhitzt werden. Das Serviceteam ist besonders geschult auf die Maßnahmen aus dem Hygienekonzept.

 

Gilt dies auch für private Veranstaltungen wie beispielsweise eine Hochzeitsfeier, oder welche Regeln gelten dort?

Wir haben Verständnis dafür, dass es bei privaten Feiern größere Einschränkungen geben muss, weil die Abstandsregeln hier regelmäßig nicht eingehalten werden. Aktuell (Anmerkung der Redaktion: Stand 22.10.2020) sind durch die Gefährdungsstufe „zwei“ nur Privatfeiern aus gehobenem Anlass mit maximal 10 Personen außerhalb der eigenen vier Wände möglich. Wir hoffen sehr, dass das Infektionsgeschehen nachhaltig stark abnimmt und somit wieder größere Feiern bei uns möglich sind.

 

Vielen Dank für Ihr Engagement und wir hoffen alle, dass diese Krise bald endet!

 

Diese Galerie enthält 3 Fotos.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Cookie-Einstellungen