Stadthallenschreiber Sven Söhnchen | Mein Jahr in der Stadthalle Hagen

Mein Jahr in der Stadthalle Hagen  vom Januar bis Dezember 2025

22 Besuche & noch vielmehr wunderbare Begegnungen!

Eine Danksagung.

 

Es war mir ein Fest. Eine Ehre. Eine Freude.

Vielleicht wird es weitere Menschen geben, die zukünftig über die Veranstaltungen und das Treiben in und um die Stadthalle schreibend berichten werden. Mit meinen 22 Besuchen war ich im Jahr 2025 zumindest der erste STATHALLENSCHREIBER.

Ein etwas sperriges Wort, aber im Jahresverlauf ist uns keine bessere Umschreibung für die Tätigkeit eingefallen. Schlussendlich sagt es ja auch alles aus!

Nach meinem persönlichen Jahresprojekt 2023, in dem ich alle (damals vorhandenen) Hagener Hotels besucht habe, war auch meine Anfrage bei dem Stadthallen-Geschäftsführer Volker Wolf, meiner Heimatliebe geschuldet.

Weiterhin möchte ich mich nicht einreihen in das permanente Genörgel etlicher Bürger:innen meiner Heimatstadt, wie mies es hier doch ist! Mies ist in Hagen höchstens die Laune der Ewigverdrossenen und Miesepetern/Miesepetras. Selbstverständlich erkenne ich die Defizite in Hagen an – als Mensch, der sich allerdings drei Jahrzehnte kommunalpolitisch engagiert hat, kann ich aber nur bedingt Unterschiede zu anderen Städten & Gemeinden erkennen. Was ich jedoch erkenne, sind die Seiten, die mir das Leben in Hagen angenehm machen – eine, immer noch, funktionierende Infrastruktur, eine zentrale Lage zum Ruhrgebiet und in das Sauerland – und vor Allem, eine weitgefächerte Kulturlandschaft. Kleinkunstbühnen, ein gerade wiedererstarkendes Theater mit den fulminanten Sparten Schauspiel, Philharmonie & Ballett, Kinos für Blockbuster und Arthaus-Produktionen…und mittendrin das grüne Wohnzimmer der Stadt. Die Stadthalle am Wasserlosen Tal. Offiziell heißt sie mittlerweile „Kongress- & Eventpark Stadthalle Hagen“, kurz KESH – aber zum Westfalenstadion im benachbarten Dortmund sagt ja auch niemand ernsthaft „Ich gehöre einer Versicherung“-Stadion.

Bei den hier auftretenden Künstler:innen spricht man nicht mehr von Kleinkunst. Es sind die Namen, die den bundesweiten Unterhaltungssektor der Republik abdecken. Bei meinen Besuchen in diesem Jahr war ich begeistert von dem Spektrum der Veranstaltungen. Es sollte nicht jeder/jedem Alles gefallen, aber im Jahresüberblick wird jede/jeder einen Besuch (oder mehrere) wünschenswert finden.

Für mich galt 2025 die Devise, mir Veranstaltungen zu gönnen, die ich mir wahrscheinlich als Privatperson eher nicht anschauen würde. Ja, ich gebe es zu: eigentlich bin ich kein Fan der AMIGOS. Wenn ich nach meinem persönlichen Lied des Jahres gefragt werden würde, müsste ich dennoch eingestehen, dass deren PHARAO mich wohl am meisten nachhaltig in den vergangenen 12 Monaten beeindruckt hat. Was mich bei diesem Konzert, an einem Samstagnachmittag, ebenso beeindruckt hat, war die Freude der (überwiegend) Senior:innen im Publikum. Die Fans hatten ihren Spaß – und somit das Konzert seine Berechtigung. Und für mich war es definitiv eine Horizonterweiterung – im positiven Sinne.

Auch einen Besuch bei den SIXX PAXXs werde ich (hoffentlich) in meinem Leben nicht mehr wiederholen müssen. Doch auch hier gilt, dass sich mehrere hundert Frauen (und ganz wenige Männer, die nicht zum Bühnenpersonal gehörten) bestens amüsierten und unterhalten fühlten. Schmunzle noch heute über den Abend, als mir einer der blankziehenden Akteure beim Lauf durch das Publikum, anerkennend auf die Schulter klopfte. Er ahnte, dass ich in einer besonderen Mission im Hause war.

Ärgere mich, dass ich aus eigener Schusseligkeit, den Auftritt von Helge Schneider, den ich bereits vor 35 Jahren im Schwerter Giebelsaal erlebt und kennengelernt hatte, verpasst habe. Zum Start seiner Aufführung sass ich noch in einem heimatlichen Gastronomiebetrieb – mit der Ahnung, dass das Programm um 20 Uhr und nicht um 19 Uhr beginnen wird. Shit happens.

Dafür sah ich einige Auftritte von Solo-Künstlern, die es nur durch ihre Bühnenpräsenz schaffen, das Publikum bis zu zwei Stunden zu unterhalten. Mich persönlich hat nicht jedes dieser Bühnenprogramme angesprochen – aber die Kunst der Solounterhaltung begeisterte mich.

Hatte ich einen Favoriten in dem Jahr? Selbstverständlich freute ich mich auf meinen weiteren Besuch bei der Weihnachtsblitztournee der Heimatlegenden von EXTRABREIT. Seit 20 Jahren gehört der Besuch zu meiner Vorbereitung auf das Jahresende dazu. Bei dem Gig ahnte ich zumindest vorher, was mich zu erwarten hat. Völlig unvorbereitet ging ich eine Woche vorher zum Bühnenprogramm von Moritz Netenjakob & Christoph Maria Herbst – und wurde Zeuge von einem „ernsthaften Bemühen um Albernheit“! Meine dringende Empfehlung, wenn man mal wieder Lachen möchte – einfach so! Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen in der Stadthalle! 2026? 2027?

Die Beschäftigung mit dem Kulturprogramm war ein Teil meiner Stadthallenschreibertätigkeit! Im zweiten Part durfte ich „hinter die Kulissen“ schauen und lernte einen Großteil der Mitarbeiterschaft (und deren Tätigkeiten) kennen. Wunderbare Menschen, die wirklich ein Team bilden. Es gibt einen guten Umgang im Haus – erlebbar auf allen Hierarchien und in allen Abteilungen. Alle Personen im Haus scheinen ihren Platz zu kennen und diesen bestens auszufüllen – die Damen an der Rezeption, im Kassenbereich. Der Chefkoch. Die Gastroleiterin. Die SetUp-Bestuhlungscrew. Die Spülkönigin. Der Reiniger. Die Bühnentechniker. Der Oktoberfestorganisator. Die Verwaltungskräfte. Einfach alle – wobei auch die Sicherheitsleute der Security und der Feuerwehr ebenso dazugehörig sind, wie Aushilfskellner:innen und Wertmarkenkassierer:innen.

Es hat mich vom ersten Moment an positiv überrascht, wie die einzelnen Abteilungen autonom arbeiten, um das Gelingen jeglicher Veranstaltungen gemeinsam zu ermöglichen – zum Wohle des Publikums.

Zusammengewachsen ist das Team der Stadthalle während der Corona-Zeit. Ein Großteil der Führungscrew kam in der Zeit neu in die Stadthalle – und gemeinsam feiert man seitdem einen positiven Zulauf beim Kongress- & Eventpark.

Angeführt wird das Team von Volker Wolf – jenem Sympathieträger, der mir 2025 die Möglichkeit des Stadthallenschreibers ermöglicht hat! Dafür sage ich Dankeschön!

Bin gespannt, ob noch einmal jemand diese Möglichkeit bekommen wird – und wie diese Person die Halle (und ihre Protagonisten) wahrnimmt!

Für meinen Blick hinter die Kulissen wurde ich übrigens mehrfach beneidet. Vielleicht sollte die Crew der Stadthalle mal Backstage-Führungen anbieten. Wäre doch eine schöne Idee für den Urlaubskorb der Volkshochschule. Apropos „Urlaubskorb“: auch so eine schöne Idee, bei der man die Besonderheiten von Hagen kennenlernen kann. Lieber genießen – als rumstänkern!

Und wenn man sich mal einfach nur unterhalten lassen möchte, reicht ein Blick in das Programm vom „KESH“!

 

Alles Gute für die Zukunft der Halle. Wir sehen uns bestimmt wieder.

 

Glück auf,

Sven Söhnchen

Hagen, 22.12.2025


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